Dienstag, 30. Juni 2026

Wenn Dein Kind eine Essstörung hat: Warum ein gesunder Selbstwert als Mutter so wichtig ist

Wenn ein Kind ernsthaft erkrankt, wird plötzlich vieles nebensächlich.

Termine, Pläne, Alltag, eigene Bedürfnisse. Alles ordnet sich neu. Das ist nicht übertrieben. Es ist natürlich. Und auf eine tiefe Weise bio-logisch: Unsere Kinder sind unser Beitrag für die Zukunft.

Wenn sie in Gefahr sind, richtet sich etwas in uns auf Schutz, Hilfe und Heilung aus.

Wir tun, was wir können.

Wir suchen Informationen.
Wir organisieren Termine.
Wir sprechen mit Ärztinnen, Therapeuten, Beratungsstellen.
Wir hoffen, beruhigen, fragen nach, halten aus.
Wir versuchen, stark zu sein.

Doch was geschieht, wenn diese Erkrankung Anorexie ist?

Wenn Essen, Körper, Gewicht, Nähe, Abgrenzung, Einfluss, Angst und Scham plötzlich miteinander verwoben sind?

Wenn Hilfe nicht einfach bedeutet: „Wir finden die richtige Behandlung und dann wird es wieder gut“?

Wenn Du längst weißt, worum es geht, und trotzdem jeden Tag neu mit der Frage lebst: Was ist jetzt richtig?

Wenn die Diagnose sich wie ein Schuldspruch anfühlt

Mütter kennen Selbstzweifel oft lange, bevor ein Kind ernsthaft erkrankt.

Schon in der Schwangerschaft beginnt es: Was darf ich essen? Wie soll ich mich bewegen? Was ist gut fürs Kind? Was ist zu viel, zu wenig, zu spät, zu früh?

Später geht es weiter.

Stillen oder Flasche. Nähe oder Grenze. Fördern oder lassen. Gesundes Essen, Medienzeiten, Schule, Freundschaften, Pubertät. Überall gibt es Erwartungen. Überall gibt es Stimmen, die scheinbar wissen, wie gute Mutterschaft geht.

Muttersein steht oft unter Bewertung.

Nicht immer laut. Aber spürbar.

Und irgendwo darunter wächst bei vielen Frauen eine leise, nagende Frage:

"Mache ich es richtig?" oder auch "Bin ich eine gute Mutter?"

Wenn dann die Diagnose Anorexie im Raum steht, trifft sie oft genau auf diese alte wunde Stelle.

Plötzlich ist da nicht nur die Sorge um das Kind. Darunter lauert mitunter eine kraftraubende Frage wie:

Was habe ich übersehen?

Habe ich etwas falsch gemacht?
Hätte ich es verhindern können?
Bin ich schuld?

Natürlich ist eine Diagnose kein Schuldspruch.

Aber sie kann sich für eine Mutter so anfühlen.

Und genau deshalb beginnt die Erschütterung des Selbstwertes nicht erst nach der fünften Therapie, nicht erst nach dem zweiten Rückfall und nicht erst, wenn die Tochter erwachsen ist.

Sie beginnt oft viel früher.

Manchmal in dem Moment, in dem eine Mutter begreift: Mein Kind ist ernsthaft krank. Und ich kann es nicht einfach wieder gesund lieben.

Du bist Expertin wider Willen

Und wahrscheinlich hast Du längst mehr über Anorexie gelernt, als Du je über diese Krankheit wissen wolltest.

Du kennst wahrscheinlich Beratungsstellen, Klinikflure, Therapiegespräche, Familiengespräche, Essenspläne, Gewichtskurven, Vereinbarungen, Rückfälle, Hoffnungsschimmer und neue Enttäuschungen.

Vielleicht hast Du gelernt, wann Du fragen sollst und wann nicht.
Wann Du konsequent bleiben sollst und wann weich.
Wann Du motivieren sollst und wann zurücktreten.
Wann Essen begleitet werden muss und wann jeder Satz zu viel ist.

Vielleicht hast Du erlebt, dass es eine Zeit lang besser wurde.

Und dann kam doch wieder ein Rückschritt.

Gerade das macht Anorexie für viele Familien so zermürbend. Sie ist keine Erkrankung, bei der ein guter Schritt automatisch bedeutet: Jetzt ist es geschafft. Oft gibt es Phasen von Stabilisierung, Hoffnung, Rückfall, Neubeginn, wieder Hoffnung, wieder Sorge.

Irgendwann kennst Du die Empfehlungen. Alle.

Und trotzdem bleibt die Frage:

Wie lebe ich als Mutter damit, wenn mein Kind sie nicht umsetzt, nicht umsetzen kann oder irgendwann nicht mehr hören will?

Denn irgendwann geht es nicht mehr darum, noch einen weiteren Tipp zu bekommen.

Spätestens jetzt geht es darum, was all das mit Dir macht.

Wenn das Leben eigentlich beginnen soll

Besonders schwer wird es, wenn aus dem erkrankten Mädchen eine junge Frau wird.

Vielleicht ist Deine Tochter inzwischen volljährig. Vielleicht geht es um Abitur, Ausbildung, Studium, Auszug, Zukunftspläne. Um all das, was eigentlich nach Aufbruch klingen sollte.

Und gleichzeitig ist da ein Körper, der vielleicht nicht genug Kraft hat. Ein Nervensystem, das erschöpft ist. Ein Denken, das eng werden kann. Ein Anspruch, der keine Pause erlaubt.

Viele junge Frauen mit Anorexie sind klug, sensibel, leistungsbereit, diszipliniert. Sie wollen funktionieren. Sie wollen es schaffen. Sie wollen oft gerade nicht als krank gelten.

Und manchmal siehst Du genau das:

die Begabung,
den Willen,
die Sehnsucht nach Leben.

Und gleichzeitig siehst Du, wie sich genau dieser Wille gegen den eigenen Körper richten kann.

Das ist schwer auszuhalten.

Denn vielleicht verstehst Du vieles.

Vielleicht sogar zu viel.

Vielleicht kennst Du selbst etwas von diesem Anspruch, von Disziplin, von Körperkontrolle, von Leistung, von dem Wunsch, nicht bedürftig zu sein.

Und gerade deshalb fragst Du Dich manchmal:

Verstehe ich sie zu sehr?
Müsste ich konsequenter sein?
Bin ich zu weich, weil ich ihre inneren Wege nachvollziehen kann?
Oder bin ich zu hart, weil ich irgendwann einfach nicht mehr kann?

Das ist eine sehr einsame Stelle.

Wenn jede Entscheidung zu viel Gewicht bekommt

Das Schwerste ist also nicht, dass Du zu wenig weißt.

Das Schwerste ist, dass dieses Wissen Dich nicht unbedingt ruhiger macht. Im Gegenteil.

Denn unter fast allem liegt eine Angst, die kaum auszusprechen ist:

Was, wenn mein Kind stirbt?

Was, wenn ich etwas übersehe?
Was, wenn ich zu spät reagiere?
Was, wenn ich zu viel Druck mache?
Was, wenn ich zu wenig tue?
Was, wenn ich eine Grenze setze und sie sich noch mehr zurückzieht?
Was, wenn ich keine Grenze setze und sie weiter abrutscht?

Dann bekommt jede Entscheidung ein Gewicht, das kein Mensch auf Dauer tragen kann.

Ein Satz ist nicht mehr nur ein Satz.
Ein Schweigen ist nicht mehr nur ein Schweigen.
Ein Anruf, der nicht beantwortet wird, ist nicht mehr nur ein Anruf.
Ein Besuch, bei dem die Tochter erschöpft aussieht, ist nicht mehr nur ein Besuch.

Alles kann sich anfühlen wie ein Hinweis. Ein Warnsignal. Eine Prüfung.

Und irgendwann geht es nicht mehr nur um die Frage:

Was braucht meine Tochter?

Sondern auch um die unausgesprochene Angst:

Was, wenn ich etwas falsch mache?

Das ist eine furchtbare innere Last.

Und genau diese Last greift den Selbstwert der Mutter an.

Nicht, weil sie schwach ist oder nicht genug gelernt hätte.

Sondern weil sie über lange Zeit versucht, in einer Situation richtig zu handeln, in der es keine sichere, einfache und endgültige Richtigkeit gibt.

Wenn aus Sorge auch Wut wird

Es gibt Gefühle, über die Mütter kaum sprechen.

Wut zum Beispiel.

Warum hört sie nicht?
Warum nimmt sie die Hilfe nicht an?
Warum macht sie weiter, obwohl sie doch weiß, was auf dem Spiel steht?
Warum schadet sie sich selbst?
Warum sieht sie nicht, was ich sehe?

Diese Wut ist nicht lieblos. Sie ist oft erschöpfte Liebe und irgendwie besser als Ohnmacht.

Und manchmal entsteht daraus innere Distanz.

Nicht, weil Du Deine Tochter weniger liebst, sondern weil Du Dich schützen musst. Weil niemand dauerhaft in derselben Intensität mitfühlen, hoffen, bangen und aushalten kann. Irgendwann wird ein Teil in Dir müde, hart oder still.

Dann kommen Gedanken, für die Du Dich vielleicht schämst:

Ich kann das nicht mehr hören.
Ich will nicht schon wieder darüber sprechen.
Sie ist doch erwachsen.
Ich müsste mich abgrenzen, aber darf ich das überhaupt?

Und genau hier kann Dein Selbstwert als Mutter ins Wanken geraten.

Nicht nur wegen der Erkrankung Deiner Tochter.

Sondern wegen Deiner eigenen Gefühle.

Was bin ich für eine Mutter, wenn ich wütend werde - wenn ich innerlich auf Abstand gehe?

An dieser Stelle braucht es keinen weiteren Verhaltenstipp.

Hier braucht es einen Raum, in dem Du wieder freundlich und wahrhaftig mit Dir selbst werden kannst.

Wenn der Selbstwert an das Wohlergehen des Kindes gebunden ist

Viele Mütter merken erst spät, wie sehr ihr eigener Selbstwert mit dem Wohlergehen ihrer Kinder verbunden ist.

Wenn es dem Kind gut geht, fühlt sich etwas in ihnen richtig an.

Wenn das Kind leidet, krank ist, sich selbst gefährdet oder den eigenen Weg nicht findet, beginnt in ihnen eine quälende Frage:

Was sagt das über mich?

Vielleicht kennst Du diese Fragen:

Bin ich eine gute Mutter, ... 

wenn ich meiner Tochter nicht helfen kann?
wenn meine Tochter nicht gesund wird?
wenn ich nicht mehr weiter weiß?
wenn ich Grenzen setze?
wenn ich Lebensfreude empfinde, obwohl meine Tochter leidet?
wenn ich mein eigenes Leben wieder leben will?

Du kannst sicher noch ein paar weitere Fragen ergänzen.

Denn sie berühren nicht nur Deine Mutterrolle. Sie berühren Deinen eigenen Wert.

Und genau hier beginnt die eigentliche innere Arbeit.

Nicht, weil Du schuld wärst. Schuldgefühle sind zwar oft da, aber das bedeutet nicht, dass sie berechtigt sind.

Sondern weil Du Deinen eigenen inneren Boden nicht länger vollständig vom Zustand Deiner Tochter abhängig machen kannst, ohne selbst daran zu zerbrechen.

Das ist keine leichte Erkenntnis.

Aber sie kann ein Anfang sein.

Vielleicht sogar eine Nothilfemaßnahme.

Denn ein gesunder Selbstwert ist in dieser Situation kein netter Luxus. Er ist nicht das, worum Du Dich kümmerst, wenn irgendwann alles andere geregelt ist.

Er ist der Boden, auf dem Du wieder stehen kannst.

Vom Retten zum Leuchten

Ein gesunder Selbstwert bedeutet in dieser Situation nicht, dass Dir das Wohlergehen Deiner Tochter gleichgültig wird.

Im Gegenteil.

Er bedeutet, dass Du Deine Liebe auf einen neuen Boden stellst.

Viele Mütter spüren irgendwann sehr klar: Mein Einfluss ist begrenzt. Ich kann sprechen, anbieten, erinnern, begleiten, unterstützen, ermutigen. Ich kann aufmerksam sein. Ich kann mir Hilfe holen. Ich kann Grenzen setzen. Ich kann da bleiben.

Aber ich kann den Weg meiner Tochter nicht für sie gehen.

Gerade wenn die Tochter erwachsen ist, wird diese Wahrheit besonders deutlich. Die Verantwortung verschiebt sich. Und manchmal ist kaum auszuhalten, dass ein junger Mensch diese Verantwortung vielleicht noch gar nicht gut tragen kann.

Doch auch dann kannst Du sie Deiner Tochter nicht einfach abnehmen, ohne Dich selbst zu verlieren.

Hier beginnt eine andere Form von Muttersein.

Nicht mehr als Retterin.
Nicht mehr als diejenige, die alles richtig machen muss.
Nicht mehr als diejenige, deren eigener Wert daran hängt, ob die Tochter gesund ist oder wird.

Sondern als Frau, die ihren Platz einnimmt.

Als Mutter, die verbunden bleibt.
Als Mensch, der wahrhaftig ist.
Als Vorbild für Selbstachtung, Lebendigkeit und innere Würde.

Vielleicht ist das eine der tiefsten Bewegungen in diesem Prozess: Du hörst auf, Dich selbst nur danach zu bewerten, wie es Deinem Kind geht.

Du darfst wieder ein eigenes Leben haben.
Du darfst für Dich sorgen.
Du darfst Freude empfinden, auch wenn nicht alles gut ist.
Du darfst Grenzen haben, auch wenn Deine Tochter leidet.
Du darfst Halt in Dir finden, auch wenn der Weg Deiner Tochter ungewiss bleibt.

Das ist kein Verrat.



Es ist ein Leuchtturm.

Ein Leuchtturm läuft dem Schiff nicht hinterher. Er bleibt an seinem Platz. Er leuchtet. Er gibt Orientierung. Er ist da, ohne sich selbst im Sturm zu verlieren.

Vielleicht kannst Du genau dadurch auf eine tiefere Weise hilfreich werden: nicht, indem Du Dich aufgibst, sondern indem Du sichtbar machst, dass ein Leben mit Selbstachtung, Fürsorge und innerer Würde möglich ist.

Nicht als Druck auf Deine Tochter.

Sondern als gelebte Erinnerung:

Es gibt einen anderen Weg, mit sich selbst zu sein.

Die innere Rochade

Vielleicht ist es genau das: eine innere Rochade.

Du verlässt nicht das Feld.

Aber Du veränderst Deine Position.

Du stehst nicht mehr dort, wo Du alles auffangen, verhindern, lösen oder richtig machen musst.

Du rückst an einen anderen inneren Platz.

Einen Platz, von dem aus Du lieben kannst, ohne Dich selbst zu verlieren.
Einen Platz, von dem aus Du wahrhaftig bleiben kannst, ohne Dich in Schuld zu verzehren.
Einen Platz, von dem aus Du Grenzen haben darfst, ohne Deine Liebe zu verraten.
Einen Platz, von dem aus Du Deine Tochter siehst und zugleich Dich selbst nicht vergisst.

Das ist kein schneller Schritt.

Es ist ein Prozess.

Manchmal auch ein mutiger, unbequemer, sehr stiller Prozess.

Denn es bedeutet, die eigene Mutterrolle neu zu begreifen. Nicht als Aufgabe, die nur dann gelungen ist, wenn das Kind gesund wird. Sondern als Beziehung, die auch dort Würde braucht, wo der Ausgang ungewiss bleibt.

Ein gesunder Selbstwert nimmt die Angst nicht einfach weg.

Aber er kann helfen, dass Du nicht vollständig mit ihr verschmilzt.

Er kann helfen, dass Du Dich nicht länger nur durch Schuld, Sorge und Funktionieren definierst.

Er kann helfen, dass Du wieder spürst:

Ich bin Mutter. 
Ich bin eine Frau.
Ich liebe.
Ich bleibe verbunden.
Und ich bin auch ein eigener Mensch.

Wenn Du Dich darin wiedererkennst

Dieser Artikel ist keine Behandlung der Anorexie Deiner Tochter.

Und er ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder klinische Begleitung.

Er richtet sich an Dich als Mutter.

An den Teil in Dir, der schon so viel verstanden, versucht, gehofft und ausgehalten hat.

An den Teil, der vielleicht müde ist. Wütend. Beschämt. Liebevoll. Erschöpft. Wach. Suchend.

An den Teil, der spürt: Ich brauche nicht noch einen Tipp. Ich brauche einen Raum, in dem ich mich selbst wieder finde.

Ich begleite Mütter in genau diesem inneren Prozess.

Nicht, damit sie sich von ihrem Kind abwenden.

Sondern damit sie wieder einen guten Platz in sich selbst finden.

Einen Platz mit mehr Selbstwert.
Mehr Würde.
Mehr Klarheit.
Mehr innerer Freiheit.

Einen Platz, von dem aus Liebe nicht länger Selbstaufgabe bedeutet.

Wenn Du spürst, dass dieser Text etwas in Dir berührt, darfst Du Dich bei mir melden.

Nicht, weil Du versagt hast.
Sondern weil auch Mütter Halt brauchen.
Gerade dann, wenn sie lieben.

LillliCos Website zum Thema - Link

Unverbindliches Erstgespräch mit mir buchen. Kostenlos.

Weitere fachliche Anlaufstellen

Wenn Du zusätzlich fachliche Beratung rund um Essstörungen suchst oder eine spezialisierte Beratungsstelle in Deiner Nähe finden möchtest, können diese Seiten hilfreich sein:

Die Datenbank Essstörungen der BIÖG bietet eine bundesweite Suche nach professionellen und spezialisierten Beratungsstellen für Betroffene und Angehörige. Link klicken

ANAD e.V. bietet Beratung für Betroffene und Angehörige, unter anderem telefonisch, online, per Video sowie im Paar- und Familienkontext. Link klicken

Diese Links ersetzen keine akute medizinische oder therapeutische Hilfe. Sie können aber ein guter ergänzender Schritt sein, wenn Du fachliche Orientierung suchst.

Donnerstag, 8. Januar 2026

Die Begegnung mit der weisen, alten Frau...



Der Januar ist die Zeit der alten, weisen Frau.

Sie existiert nicht irgendwo da draussen oder "früher" ... sie existiert in dir - in jeder und jedem von uns.

Sie ist ebenso ein kollektiver Anteil wie ein persönlicher.

Sie ist ein Archetyp der Menschheit und genau jetzt ist ihre Zeit.

Du kannst sie nur in der Stille aufsuchen. 


Sie wandelt durch die schneeverwehte Landschaft... ein Wald liegt hinter ihr... ganz verträumt...

Gut eingehüllt, gestützt auf einen mächtigen Stab, setzt sie einen Fuß vor den anderen... 

Schneeflocken tanzen um sie herum... voller Freude über ihr Sein.

Sie schaut wissend und doch offen.... interessiert .... mitfühlend..... 

Sie ist verbunden, mit allem, was ist.


Ein Eichhörnchen begleitet sie. Ab und zu schauen ein paar Meisen vorbei, rasten kurz... um gleich wieder zu entschwinden.

Das Spärliche Tageslicht schwindet... es wird Abend....


Unter einer alten Tanne, deren Krone ein Dach über ihr formt, setzt sie sich auf einen Baumstamm, entzündet ein Feuer und wartet auf dich. 

... nicht wirklich wartend... eher ein Sein in Achtsamkeit und froher Erwartung... . Sie weiß alles... über Dich. Sie kennt dich gut. Sie kennt Deine Ängste und Sorgen, sie weiß von Deinen Zweifeln und von Deinen Wünschen. Sie kennt die Gedanken und Wünsche, die Du schon vergesse hast... und sie weiß, was dein Herz zum Singen bringt.  


Setze Dich zu ihr. Einfach so. Ohne Absicht mit offenem Geist und Herzen. Schau in das Feuer... die Flamen.... sind magisch ...


Vielleicht hast du eine Frage? Oder sie beginnt, eine Geschichte zu erzählen... hab Geduld... vielleicht schaut ihr beide einfach ins Feuer .... bis die weise Alte dir zunickt ... und du legst etwas Feuerholz nach.... Das Feuer wird sehr hell und fast lebendig ... 


Es ist das Feuer des Lebens... das Feuer der Transformation...

das Holz knackt.... die Flammen tanzen ... Formen entstehen.... und vergehen....


Dann, nach einer Zeit spürst du, dass etwas zu fliessen beginnt. Vom Feuer.... Von der weisen Alten....  zu dir.... zwischen euch...

Es sind vielleicht Farben .... oder Bilder, Ahnungen oder Worte... 


Es ist ein Traum deiner Seele für das, was sein will.


Der Traum entsteht in Dir. Aus den Farben und Worten, den Schwingungen und Melodien Deiner Seele. Lass dir Zeit. 

Verweile und spüre.

Ist es angenehm, hell und gibt dir Kraft? 

Gib ihm Raum. Gib ihm einen Platz in Deinem Herzen....Errichte einen Ort in dir, an dem du diesen Traum hütest. Er ist heilig.... nimm ihn ganz in dein Herz hinein.... und spüre, wie es sich anfühlt.... Lass dich ganz von der schönen Energie erfüllen.

Dann lade den Traum in dein Leben ein...


Wenn es sich nicht angenehm anfühlt, lasse ihn aus deinem Herzen zu Mutter Erde fliessen, sie bewahrt ihn auf, bis ihr reif seid.


Wenn der Traum Kraft hat und sich stimmig anfühlt, wird er sich in deinem Leben verwirklichen.

Natürlich nur, wenn du das willst! Und wenn du es willst, sprich ins Feuer:

So sei es und so ist es! Ho!


Vielleicht spürst du jetzt oder gleich, wie die Kraft beginnt in dein Leben zu fliessen... mehr und mehr .... 


Wenn es Zeit ist, danke der alten weisen Frau und dem Feuer... und kehre nun langsam .... in deinem Tempo ... Atemzug für Atemzug ... ins Hier und Jetzt zurück.


Wenn du möchtest, lass mich wissen, wie diese Geschichte dich inspiriert hat.



Für heute verabschiede ich mich von Dir bis zum nächsten Mal!

Herzgrüße & Elfenglitzer°° zu dir für mehr Selbstliebe, Bewusstheit & Lebensfreude 💖

LilliCo

Sonntag, 2. November 2025

6 richtig gute Tipps, die wirklich gegen Angst helfen können!

Als ich heute mit meinem Mann Guido über meinen Newsletter für den November sprach, sagte er, dass es im Moment viele Menschen gibt, die Angst haben. Wow, ja das ist ein Thema!


Eigentlich wollte ich über das Loslassen und die Energien im November schreiben. Und ich merke, dass Angst ein wichtiges Thema ist. Nicht nur im Moment, wo so auf der großen Weltenbühne so seltsame Dinge geschehen; Angst ist ein Thema das uns viel Energie und Lebensfreude kosten kann. 

Was hilft wirklich gegen Angst? ist die große Frage.

Zunächst möchte ich Dich darauf hinweisen, dass Angst uns immer zeigt, dass wir mit unseren Gedanken in der Zukunft sind. Damit meine ich, das wir meistens von Vorstellungen geplagt werden, in denen wir uns fragen: Was soll ich nur tun, wenn ich arbeitslos werde? .... wenn ich einen Fehler mache? ... ich den Zug verpasse? ... wenn Krieg kommt?

Wahrscheinlich kennst Du solche Gedanken und die Gefühle, die daraus entstehen können: Ohnmacht - weil Du ja glaubst, nicht wirklich was dagegen tun zu können. Trauer - weil Du Dich machtlos fühlst. Und daraus kann eine ganz schön heftige Spirale entstehen, wenn Du diese Gedanken und Gefühle nicht stoppst.

Wenn Du also die Angst spürst und weißt, dass diese nur entsteht, wenn Du nicht im Hier und Jetzt bist, kannst Du Dich ins HIER und JETZT bringen. Denn nur im gegenwärtigen Moment kannst Du ganz real etwas tun! Wenn also tatsächlich die Möglichkeit besteht, dass Du Deinen Job verlierst, kannst Du Dich nach einer Alternative umsehen, mit Deinem Vorgesetzten sprechen oder Dich vielleicht auch selbständig machen. Diese Entscheidungen kannst Du nicht treffen, wenn die Angst Dich lähmt. 

Bei Angst vor Fehlern, wisse bitte: Du wirst immer Fehler machen! Nur durch Fehler lernst Du. Wenn Du Dir erlaubst, Fehler zu machen, erlaubst Du Dir zu lernen! Nur so kannst Du wachsen. 

Wenn Du Angst hast, dass Krieg kommt, wird diese Angst den Krieg nicht verhindern. Wenn Du im Hier und Jetzt bist - ohne lähmende Angst - kannst Du Dich fragen, was Du wirklich tun kannst. 

Und in 90% der Fällen sind unsere Ängste und Sorgen vollkommen unbegründet! 

Du kannst also einfach mit Deiner Aufmerksamkeit in die Gegenwart zurückkehren. Das geht ganz einfach: schau dir eine Pflanze an und zähle ihre Blätter, oder Atme tief ein und spüre dabei Deine Füße! Du kannst auch Singen oder rückwärts zählen. All das bringt Dich zurück in die Gegenwart. 

Denn weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft kannst Du wirklich handeln. Handeln kannst Du nur Jetzt.

Und ich möchte Dich daran erinnern: 

Du hast bisher alle Hindernisse überwunden, alle Krisen und Herausforderungen überstanden! Du bist gewachsen und lebendig!

All diese Erlebnisse haben Dich zu dem Menschen werden lassen, der Du bist! Also lade ich Dich zu begründeter Zuversicht ein: Du wirst höchstwahrscheinlich auch die kommenden Herausforderungen und Krisen meistern und weiter wachsen!

Also, nur Mut!

Oh, und gut zu wissen: Jede Emotion braucht 90 Sekunden, um durch den Körper zu fliessen.

Also wenn wir uns nicht wehren oder darüber grübeln, ist der Angst-Schub nach 90 Sekunden eh vorbei. 

Wissen hilft!

Falls Du unter heftigen Angst-Schüben leidest, hol Dir bitte professionelle Hilfe!

Du willst mehr Inspirationen, wie diese? Sehr gern!

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Herzgrüße & Elfenglitzer°° 

LilliCo 

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Dienstag, 17. Juni 2025

Wenn du nicht mehr weiter weißt...



Vielleicht kennst du das auch?

Du sitzt an einem Problem. Grübelst und tüftelst und versuchst es auf verschiedenen Wegen zu lösen und kommst tatsächlich einen Mini-Schritt weiter, um dann an der nächsten Hürde zu kleben.

Ja und es gibt Menschen, die lieben die schwierigen, herausfordernden Wege und sie jubeln, wenn sie den Gipfel erklommen haben.

Ich persönlich finde, es macht Sinn, dass wir uns immer mal wieder wirklich anstrengen, um etwas zu erreichen, was uns wichtig ist. Wir lernen und wachsen in solchen Phasen. Und wenn wir ehrlich sind, kann das richtig Spaß machen und uns tief befriedigen! 

Die andere Seite ist, dass wenn wir in solchen Situationen nicht gut auf uns achten, wir auch in eine Überforderung rutschen können. Im schlimmsten Fall, beginnen wir an uns selbst zu zweifeln. Dann kommen Gedanken, dass wir vielleicht nicht gut genug sind, uns nicht genug angestrengt haben... "Wir müssen einfach nur noch härter arbeiten - entweder am Problem oder an uns selbst, dann wird das schon." Und dann merken wir nicht, wie uns Lebensfreude und Herzenswärme abhanden kommen. Unser Selbstwertgefühl, unser Selbstvertrauen und unsere innere Sicherheit schwinden.

Wenn Du auf deinem Weg des Herzens bist, wirst du solche Situationen wahrscheinlich kennen. Dann bleiben nur noch Überforderung, Druck und Müdigkeit. Es ist als wäre da eine dunkle Wolke um unser Herz und eine bleierne Traurigkeit. Diese dunklen Momente gehören einfach dazu, um uns zu zeigen, wo unsere Grenzen sind.

Und es war für mich auf meinem Weg eine anstrengende und überraschende Lektion, herauszufinden, wo meine Grenzen sind.  Sie dann auch zu akzeptieren, war der nächste wichtige Schritt. Mein Ego musste lernen, diesen Satz loszulassen: "Das schaffe ich auch alleine!" Ich durfte lernen, dass dieser innere Triumph sehr teuer war: Er machte mich einsam, hart und verbittert. 

Es gibt auch Bereiche, da ist es für uns selbstverständlich, uns Hilfe zu holen: Wenn das Auto streikt, die Waschmaschine den Geist aufgibt oder wenn wir Zahnweh haben, ist es vollkommen klar, dass wir zum Fachmenschen gehen.

In meinem aktuellen Fall, geht es um meine Arbeit und ganz konkret um meine Online-Angebote. Ich will dich da gar nicht mit Details langweilen, aber so viel sein verraten: ich habe da echt Wochen lang rumgemurkst und bin zwar klitzekleine Schritte weitergekommen, aber ich war seeehr weit davon entfernt, zufrieden mit meinem Fortschritt zu sein.

Ich hatte schon länger eine Idee, mir eine virtuelle Assistentin zu suchen, aber alle Anläufe gerieten ins stocken... bis auf den letzten.

Da war ihre Website und ihr Name rückwärts gelesen, war "Schamanin" sehr ähnlich. Halt mich für verrückt, aber genau mit ihr habe ich meine ersten Ziele gerade erreicht. Und die Zusammenarbeit ist so wundervoll wertschätzend und immer ein bisschen magisch. (Falls Du gerade im technischen Bereich jemanden suchst: Nina Mamsch)

Warum erzähle ich dir das alles?

Weil ich glaube, dass es ein Segen ist, wenn wir uns im richtigen Moment die Hilfe holen, die wir brauchen.

Manchmal brauchen wir solche "Zufälle" manchmal schenkt uns das Leben einfach ein paar Zeilen, wie diese hier oder eine Begegnung, die wir nicht erwartet haben.

Falls DU gerade nicht weiter weißt, und eben keinen Gewinn mehr aus der Anstrengung ziehst, sonder eher Frust, dann ist es vielleicht der Moment, dir Hilfe zu holen.

Schau dich um, halt die Augen offen und auch dein Herz! Das Leben gibt dir immer genau die Impulse, die dich zu den Menschen und Situationen führen, die du gerade brauchst.

Vielleicht magst du dich in meinen Newsletter eintragen? Dann lernst du mich und meine Arbeit ein bisschen besser kennen. Hier gehts mit einem Klick zur Anmeldung.

Herzgrüße & Elfenglitzer°°

LilliCo

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Freitag, 6. Juni 2025

Was wirklich hilft, wenn Gedanken sich im Kreis drehen

 

Samstag, 17. Mai 2025

Warum tut uns Schönheit gut?

Ein schöner Blick aufs Meer, ein hübscher Ring, den ich anlege, ein farbenfrohes Tuch um die Schulter... sowas kann mich an seelisch trüben Tagen total aufmuntern!

Vielleicht geht es dir ja ähnlich? 

Und vielleicht interessiert dich auch, warum das so ist?

Aufmerksamkeit ist wie ein Scheinwerfer – du entscheidest, wo er hinleuchtet

Unser Gehirn ist ständig damit beschäftigt, Informationen zu sortieren. Wenn wir z. B. im Grübeln stecken, ist der Scheinwerfer auf Probleme, Mangel oder Gefahr gerichtet.
Wenn du bewusst auf etwas Schönes schaust – z. B. eine Blume, ein Baum, ein Schmuckstück – lenkst du diesen inneren Lichtkegel um.
👉 Du aktivierst damit andere neuronale Netzwerke – weg vom Sorgenmodus, hin zum Verbindungs- und Wohlfühlmodus.

Die Amygdala beruhigt sich – Stress löst sich auf

Der Anblick von Natur, Kunst oder etwas Ästhetischem reduziert nachweislich die Aktivität der Amygdala, unseres „inneren Alarmsystems“.
Das bedeutet: Dein Nervensystem schaltet runter – du kommst vom Kampf-Flucht-Modus in die Ruhe und Verbindung zurück.
👉 Schon einige Sekunden bewusstes Schauen auf etwas Schönes senkt messbar Puls und Cortisolspiegel.

Und Schönheit verbindet dich mit dem „Hier und Jetzt“

Grübeln ist vergangenheits- oder zukunftsbezogen.
Aber Schönheit – sei sie visuell, haptisch oder klanglich – existiert immer nur im Moment.
Wenn du dich also z. B. auf die Struktur einer Blüte konzentrierst, bist du im Jetzt. Und im Jetzt hat das Karussell Pause. 

Positive Fokussierung vernetzt dein Gehirn neu

Wenn du wiederholt nach einem negativen Gedanken bewusst auf etwas Positives schaust, trainierst du dein Gehirn um – weg von Defizitorientierung hin zur Ressourcenerkennung.
👉 Das stärkt Resilienz, innere Sicherheit und Selbstmitgefühl.

Ästhetische Erfahrung aktiviert das Belohnungssystem

Schönheit ist kein Luxus – sie ist Nahrung für deine Seele. Studien zeigen:
Der Anblick von etwas Schönem (wie Natur, Kunst oder Ästhetik im Alltag) aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn - und Zack, fühlst du dich besser!
👉 Du fühlst dich sofort wohler, verbundener, lebendiger – und das stärkt deinen Selbstwert nachhaltig.

Also lass uns mehr auf die schönen Dinge im Leben achten, sie sind heilsam für die Seele.

Herzgrüße & Elfenglitzer°°

LilliCo 

www.LilliCo.de


Dienstag, 2. Juli 2024

Die 3 wichtigsten Dinge, die mir unser alter Hund über das Leben beibringt


Pepper ist unser Hund. Er ist 15 Jahre. 

Ja, das ist schon ein tolles Alter für einen Hund. Aber was bedeutet das? Er hört nicht mehr viel, er sieht noch ganz wenig, die Knochen tun ihm weh, er zittert, weil die Muskeln schwinden... Manchmal kann der das Pippi nicht mehr halten.

Vielleicht denkst du gerade: "Wie bei uns Menschen!" - Ja. Sehr ähnlich.

oder du denkst: "Gott, der Arme!"

So kannst du denken. Und von Aussen gibt es viele solcher Anlässe:

Er steht manchmal einfach da und schaut in eine Ecke. Keine Ahnung, was er da sieht.

Manchmal steht er mitten im Raum und wirkt verloren, als hätte er vergessen, was er wollte. Wenn ich ihn dann vorsichtig hochhebe, erschrickt er sich, weil er mich nicht gesehen oder gehört hat. Ich setze ihn dann vorsichtig aufs Sofa und es ist, als würde er sagen: Danke. Das ist eine gute Idee. Hier lege ich mich hin." Und dann schläft er stundenlang an diesem Platz. Zufrieden.

Das ist das erste, was ich hier mit dir teilen möchte:

Zufriedenheit.

Er zittert, weil die Muskeln schwach werden. Klar, bekommt er seine Medikamente, aber wirklich aufhalten kann man es nicht. Unsere Hundefriseurin fragte mich DIE interessanteste Frage überhaupt: "Wen stört das Zittern? Sie oder den Hund?" Bingo!

Das war eine tiefe Erkenntnis. Ich sehe Pepper mit ganz anderen Augen. 


Es macht ihm einfach nix aus! Er tut, was er immer tut und ist zufrieden. Zittern - was soll´s? Egal. Bekomme ich ein Leckerchen? 


Wenn er in die Ecke starrt, ist er zufrieden. Wenn er in seiner Höhle liegt und mehr schläft als früher, ist er zufrieden.

Er springt vorbei? Dann springt er nochmal und ist zufrieden.

Er läuft gegen einen Baum? Er erschrickt sich und geht zufrieden drumrum.

Er darf nicht mehr die Treppe hinunterlaufen? Er wird getragen und ist sehr zufrieden.

Er muss die Treppe aber hinauflaufen. Gibt es Leckereien dafür? Super! Er ist zufrieden.

Und wenn unsere alte Muffelpfote zufrieden ist, sind wir es auch.

Nur wenn wir abends nicht mit ihm auf dem Sofa sitzen, dann wird er unzufrieden und bettelt, bis wir uns zu ihm gesellen und ist -  genau: sehr zufrieden.

Liebe ist hilfreicher als Mitleid.

Das zweite wichtige Ding ist die Erkenntnis, dass es anderen mit seinem Alter schlechter geht, als ihm selbst. Klar das hängt irgendwie zusammen, war aber wirklich eine Erkenntnis, die mich beeindruckte, denn sie hat mich mein Verhalten gegenüber meiner Mutter (93) ändern lassen:

Wie kam ich dazu?

Pepper war bei Guidos Eltern für 3 Wochen, als wir in den USA waren.

Als wir ihn abholten, war Guidos Mutter wirklich sehr traurig und erzählte uns, was Pepper alles nicht mehr kann. Ihr Herz war schwer. Sie war voller Mit-Leid für ihn.

Du ahnst es schon: Er hört ja nichts mehr. Er zittert den ganzen Tag. Er frisst nicht richtig. Er läuft gegen den Sessel, der Arme... Er sieht den Ball nicht mehr, wenn man ihn wirft...

Im selben Moment, kratzt Pepper an der Terrassentür. Er will raus. 


Also nicht wirklich - er will in den Garten, um dann wieder hereinzukommen, die Tür zuzumachen und ein Leckerchen abzugreifen. Sein alter Räubertrick!

Wir lobten ihn und spielten das Spiel mit, denn Pepper ist wie ein altes Zirkuspferd. Er will immer seine Tricks machen, um Anerkennung und Leckerchen zu bekommen. Manchmal frisst er sie nicht mal. Es geht ihm tatsächlich ums Bekommen. Alles gut für uns.

Ja, es ist ein betreutes Spielen. Wir werfen den Ball so, dass er mit seinen Sehresten am unteren Rand die Chance hat, den Ball zu sehen oder helfen einfach nach. Na, und? Er freut sich und nimmt das Leckerchen. Und genau das meine ich mit Liebe.

Liebe ist wunderbar. 

Was hat das jetzt mit meiner Mutter zu tun? Früher dachte ich auch immer, meine Mutter müßte noch dies tun oder das, damit es ihr körperlich besser ginge. 

Bis ich erkannte: meine ständigen Verbesserungsvorschläge machten ihr Druck. Puh, das wollte ich doch gar nicht.  Nun unterstützte ich sie jetzt einfach, so gut ich kann und lasse ihr ihre Selbstbestimmtheit. Ich bewundere sie, für ihre Dankbarkeit, dem Leben gegenüber und dafür, wie gut sie ihr Leben meistert. Respekt! So ist es viel stimmiger.

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag so nennen:

"Die 3 wichtigsten Dinge, die mir unser Hund über das Altsein beibringt."

Beim Schreiben begriff ich, dass alles, was ich durch Pepper begriffen hatte und vor allem auch der letzte Punkt etwas ist, was nicht nur für das Altern sondern für das ganze Leben gilt.

Du lebst JETZT

Ja, das ist ein alter Hut. Klar.

Und dennoch ist dieser alte Hut wirklich immer modern und das Wichtigste, was ich jeden Tag wieder und wieder lerne.

Der Impuls zu diesem Artikel kam in einem bestimmten Augenblick und in diesem Moment, hat er sich quasi selbst geschrieben. Es war das stimmige Jetzt.

Diese Zeilen werden dich in einem bestimmten Moment erreichen und entweder er passt gerade oder nicht. 

Es zählt, was jetzt ist. Nicht gerade eben oder morgen - das Jetzt zählt. Dieser Moment, in dem wir in Kontakt sind. Das gilt übriges auch für uns Menschen untereinander. 

Jeder Moment ist besonders: Immer. Auch dieser. Ganz egal, ob er angenehm oder unangenehm ist. 

Leben passiert im Jetzt - Glücklichsein passiert im Jetzt und unser bewusstes Sein ist das größte Geschenk, das wir haben.

Irgendwann werde ich mich von Pepper verabschieden müssen. 

Auch wenn es in meinem Gedanken-Universum keinen Tod gibt, ist es dennoch ein Abschied. Wenn ich gedanklich in diesem Moment gehe, bin ich voller Dankbarkeit und Rührung!


Dieser kleine Kerl wohnt tief in meinem Herzen und wird dort immer lebendig sein.

Und wir haben noch Zeit auf dieser Ebene des Seins.

Jeden Moment werden ich mit dir geniessen, kleine Muffelpfote!

... und es sind immer genug Lekerchen da! 

Ho!